Das BlueBrixx Mobile Lab ist eines dieser Sets, die sofort auffallen. Es ist gross, ungewöhnlich, voller Details und ganz klar kein kleines Modell für zwischendurch. Ich habe das Modell selbst gebaut und möchte hier meine Erfahrung aus Sicht eines Sammlers teilen.
Der offizielle Name des Sets ist Mobile Lab beziehungsweise Mobiles Labor. Bei BlueBrixx gehört es zur Reihe BlueBrixx-Special und kommt mit 3713 Teilen. Der Preis liegt bei rund 160 Euro. Schon diese Zahlen zeigen: Es handelt sich nicht um ein kleines Einsteiger-Set, sondern um ein grosses Display-Modell für Erwachsene und erfahrene Klemmbaustein-Fans.
Mich hat das Set vor allem wegen seiner Atmosphäre interessiert. Es erinnert an ein mobiles Labor aus der Welt moderner TV- und Popkultur, ohne dass es ein offizielles Lizenzmodell ist. Genau das macht es für Sammler spannend: Man erkennt sofort eine bestimmte Stimmung, aber das Modell bleibt trotzdem eigenständig.
Warum ich das BlueBrixx Mobile Lab gekauft habe
Der wichtigste Grund war für mich ganz klar das Thema. Eine grosse beige Autocaravan-Karosserie, ein Labor im Inneren, viele kleine technische Details und ein Aufbau, der eher wie ein Sammlerstück als wie ein Spielset wirkt. Solche Modelle haben für mich mehr Charakter als ein gewöhnliches Fahrzeug.
Gerade bei Bricks-Sets suche ich nicht nur ein schönes Endmodell, sondern auch eine interessante Bau-Erfahrung. Ein Diecast-Modell nimmt man aus der Verpackung, stellt es hin und schaut es an. Bei einem Klemmbaustein-Set entsteht das Modell Schritt für Schritt. Man beschäftigt sich länger damit, entdeckt Details während des Aufbaus und hat am Ende ein ganz anderes Verhältnis zum fertigen Modell.
Das BlueBrixx Mobile Lab passt genau in diese Richtung. Es ist gross, auffällig und hat eine klare Identität. Für eine Sammlung mit Fahrzeugen, Popkultur-Themen und besonderen Display-Modellen ist es auf jeden Fall ein spannender Kandidat.
Der Aufbau: nicht schwer, aber nichts für Anfänger
Der Aufbau selbst war nicht extrem kompliziert. Die eigentliche Bauweise ist grundsätzlich verständlich, und wer bereits mehrere grössere Sets gebaut hat, kommt gut durch die Anleitung. Trotzdem würde ich das Set nicht für Anfänger empfehlen.
Der Hauptgrund sind die nicht nummerierten Beutel. Wer von LEGO kommt, ist normalerweise daran gewöhnt, dass die Bauabschnitte sauber sortiert sind. Man öffnet Beutel 1, baut den ersten Abschnitt, danach Beutel 2 und so weiter. Beim BlueBrixx Mobile Lab war das anders. Bei 3713 Teilen entsteht dadurch schnell ein echtes Sortierchaos.
Ich hatte zeitweise zwei Tische voller kleiner Schalen und Teller mit Teilen. Für mich war das machbar, aber man braucht Geduld, Platz und ein gutes System. Wer wenig Erfahrung hat oder schnell frustriert ist, könnte hier Probleme bekommen.
Ich habe das Modell nicht an einem Stück gebaut, sondern immer wieder am Nachmittag ein Stück weitergemacht. Insgesamt hat es fast eine Woche gedauert. Das war aber nicht negativ gemeint. Im Gegenteil: Gerade dieses langsame Bauen hat mir gefallen, weil man sich richtig mit dem Modell beschäftigt.
Qualität der Teile: gut, aber nicht auf LEGO-Niveau
Bei der Qualität merkt man deutlich, dass BlueBrixx sehr nah an klassischen Klemmbausteinen arbeitet. Viele Teile fühlen sich vertraut an, und optisch kommt das fertige Modell sehr nah an das heran, was man von grossen Display-Sets erwartet.
Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Es fühlt sich nicht ganz wie LEGO an. Bei manchen Teilen ist die Klemmkraft nicht perfekt. Einige Elemente sitzen gut, andere wirken etwas empfindlicher. Besonders bei Bewegungen oder wenn man das Modell anfasst, können sich einzelne Teile lösen.
Das bedeutet nicht, dass das Set schlecht ist. Aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Das BlueBrixx Mobile Lab ist kein Modell, das man ständig herumtragen oder viel bewegen sollte. Es ist eher ein grosses Display-Modell, das nach dem Aufbau seinen Platz in der Sammlung bekommt.
Wer sehr hohe Stabilität und perfekt sitzende Teile erwartet, wird wahrscheinlich kritischer sein. Wer aber ein besonderes Modell mit vielen Details sucht und bereit ist, kleinere Schwächen zu akzeptieren, bekommt hier ein sehr interessantes Set.
Das Highlight: der Innenraum
Das stärkste Element des BlueBrixx Mobile Lab ist für mich ganz klar der Innenraum. Hier merkt man, warum dieses Set so viel Reiz hat. Der Innenraum ist sehr detailliert gestaltet und wirkt nicht leer oder oberflächlich.
Es gibt viele kleine Instrumente, technische Geräte, Lampen und Labor-Elemente. Gerade diese Details machen das Modell lebendig. Man hat nicht nur eine grosse Hülle, sondern ein Fahrzeug, das auch im Inneren etwas zu bieten hat.
Der abnehmbare Dachbereich ist deshalb besonders wichtig. Dadurch kann man in das Modell hineinschauen und die Details wirklich sehen. Allerdings sollte man auch hier vorsichtig sein. Das Dach lässt sich abnehmen, aber man sollte nicht zu grob damit umgehen.
Für Sammler ist genau dieser Punkt entscheidend: Ein grosses Modell muss nicht nur von aussen gut aussehen. Es sollte auch dann spannend bleiben, wenn man näher hinschaut. Beim Mobile Lab ist das definitiv der Fall.
Aussen viele Details und bewegliche Elemente
Auch von aussen hat das Modell einiges zu bieten. Die Karosserie wirkt mit ihrer beigen Farbgebung, den seitlichen Streifen und den vielen kleinen Klappen sehr charakteristisch. Besonders gut gefällt mir, dass mehrere Aussenfächer geöffnet werden können.
Die Seitentür, die Staufächer und die Markise geben dem Modell mehr Leben. Es sieht nicht einfach nur wie ein geschlossener Kasten aus, sondern wie ein Fahrzeug, das man in verschiedenen Szenen präsentieren kann.
Am besten wirkt das BlueBrixx Mobile Lab meiner Meinung nach mit geöffneter Markise, offener Seitentür und einigen geöffneten Fächern. So sieht man sofort, dass das Modell mehr kann als nur gut in der Seitenansicht auszusehen.
Die Front ist ebenfalls sehr gelungen. Die grosse Scheibe, die Scheibenwischer, die Lichter und die kantige Form geben dem Fahrzeug einen starken Wiedererkennungswert. Von vorne wirkt das Modell massiv und präsent.
Grösse und Wirkung in der Sammlung
Das BlueBrixx Mobile Lab ist wirklich gross. Mein aufgebautes Modell ist ungefähr 59 cm lang, etwa 13 cm breit und rund 21 cm hoch. Man sollte also vorher wissen, wo man es hinstellen möchte.
In einer normalen Vitrine kann es schnell schwierig werden, weil die Länge ordentlich Platz braucht. Auf einem Regal wirkt das Modell dafür umso besser. Es hat eine starke Präsenz und zieht den Blick sofort auf sich.
Besonders auf einer hellen Fläche kommt die beige Karosserie gut zur Geltung. Mit geöffneter Markise und Tür wirkt es noch mehr wie ein kleines Ausstellungsstück. Genau deshalb sehe ich es weniger als Spielmodell und mehr als Sammlermodell.
Was mir weniger gut gefallen hat
Der grösste Kritikpunkt ist für mich ganz klar die Sortierung der Teile. Bei einem Set mit 3713 Teilen wären nummerierte Beutel extrem hilfreich gewesen. Ohne diese Sortierung braucht man viel Platz, viel Geduld und ein eigenes System.
Der zweite Kritikpunkt ist die Empfindlichkeit an manchen Stellen. Das Modell sieht fertig sehr gut aus, aber beim Bewegen oder Anfassen können sich einzelne Teile lösen. Gerade die Markise, das Dach und einige kleinere Aussendetails sollte man vorsichtig behandeln.
Das sind keine Punkte, die das Set für mich kaputtmachen. Aber sie sind wichtig. Wer eine entspannte, perfekt organisierte Bauerfahrung erwartet, sollte wissen, dass dieses Set mehr Geduld verlangt als viele vergleichbare LEGO-Sets.
Für wen eignet sich das BlueBrixx Mobile Lab?
Ich würde das BlueBrixx Mobile Lab vor allem Erwachsenen empfehlen, die bereits Erfahrung mit grösseren Klemmbaustein-Sets haben. Für Anfänger ist es meiner Meinung nach nicht ideal. Dafür sind es zu viele Teile, zu viel Sortierarbeit und einige Bauabschnitte sind zu empfindlich.
Für Sammler, die grosse Fahrzeuge, besondere Themen und detaillierte Innenräume mögen, ist das Set aber sehr interessant. Es hat Charakter, es sieht in der Sammlung stark aus und es bietet viele Details, die man nicht auf den ersten Blick vollständig erfasst.
Auch für Fans von Film- und Serienatmosphäre ist das Modell spannend, ohne dass es sich um ein offizielles Lizenzset handelt. Es spielt mit einer bekannten Stimmung, bleibt aber als BlueBrixx-Special eigenständig.
Wer sich das Modell genauer ansehen möchte, findet die offizielle Produktseite hier: BlueBrixx Mobile Lab auf der offiziellen BlueBrixx-Webseite ansehen.
Fazit: ein starkes Display-Modell mit kleinen Schwächen
Das BlueBrixx Mobile Lab hat mich trotz einiger Schwächen überzeugt. Der Aufbau war durch die nicht nummerierten Beutel teilweise chaotisch, und die Stabilität ist nicht an jeder Stelle perfekt. Trotzdem hatte ich viel Freude beim Bauen.
Das fertige Modell sieht grossartig aus. Der Innenraum ist das klare Highlight, die Aussenfächer und die Markise machen die Präsentation abwechslungsreich, und die Grösse sorgt dafür, dass das Modell in der Sammlung sofort auffällt.
Würde ich wieder ein Set von BlueBrixx kaufen? Ja. Trotz der Probleme hat mir die Konstruktion Spass gemacht. Man merkt zwar, dass es nicht ganz das gleiche Niveau wie LEGO hat, aber BlueBrixx bietet dafür Themen und Modelle, die man so nicht überall findet.
Für GarageCollectors ist das BlueBrixx Mobile Lab ein spannendes Bricks-Modell für erwachsene Sammler: nicht perfekt, aber charakterstark, gross, detailreich und ideal für alle, die besondere Fahrzeuge mit viel Innenleben mögen.
